‚Wenn vergeben so einfach wäre‘ (21.10.2016)

Nachdem es das time to talk Team im März diesen Jahres mit dem Thema „Gastfreundschaft“ in Form eines Kinoabends eher vergnüglich angegangen war, stand diesmal ein ernsteres Thema auf dem Programm. Die Theologin und Mentorin Birgit Fingerhut hatte sich aus Berlin auf den Weg gemacht um im „Scheeßeler Hof“ zu dem Thema „Vergebung“ zu referieren. Ca. 120 Frauen waren der Einladung zu diesem interessanten Abend gefolgt, der zunächst mit einer musikalischen Darbietung von Anne Thies und Jan-Philipp Grüthusen begann, die großen Anklang fand. Danach ging es zur Stärkung zum stets sehr beliebten Fingerfoodbuffet, das wie immer liebevoll und abwechslungsreich vom Team des „Scheeßeler Hofs“ zusammengestellt war. Durch den Abend führten die Moderatorinnen Heike Meyer und Britta Ruther, die dann das Wort an Frau Fingerhut übergaben.

Die Referentin begann mit einigen exemplarischen Beispielen von möglichen Formen der Verletzung aus ihrem persönlichen Umfeld, die jeder nachvollziehen konnte. Verletzungen passieren einfach im Leben, vielleicht aus Unachtsamkeit, Verantwortungslosigkeit, vielleicht aus purer Absicht, Bösartigkeit, Hass oder Ärger. Unverarbeitet können Verletzungen Beziehungen zerstören und auch den eigenen Seelenfrieden nachhaltig beeinträchtigen.

Birgit Fingerhut (links) mit den Koordinatorinnen

Es ist nicht so, dass es den Verletzer straft wenn man ihm nicht vergibt „nicht Vergeben ist so als wenn man jeden Tag ein Schlückchen Gift trinkt und hofft , dass der andere daran stirbt, wenn wir vergeben tun wir es also um unseretwillen und nicht weil der andere es verdient hat“, stellte Frau Fingerhut heraus.

Das heißt aber nicht, dass die Verletzung verdrängt werden darf. „Lebendig begrabene Gefühle arbeiten weiter und haben Macht über uns“.

Ein erster Schritt auf dem Weg zur Vergebung ist deshalb für Frau Fingerhut, zu versuchen, sich genau klar zu machen, worin die Schuld des anderen besteht, es vielleicht für sich zu formulieren und gegebenenfalls aufzuschreiben. Als nächsten Schritt dann zu überlegen, was für Ansprüche zur Wiedergutmachung man stellen würde, vielleicht ein finanzieller Ausgleich, eine Entschuldigung oder Ähnliches. Daraufhin könnte ein Gespräch mit dem Verletzer gesucht werden. Ist dies nicht möglich, kann ein Gespräch mit einer professionell ausgebildeten Person sehr hilfreich sein. Manchmal braucht dies seine Zeit – vielleicht sogar mehrere Jahre. Zur Vergebung muss man innerlich absolut bereit sein, denn von seinem griechischen Ursprung her bedeutet das Wort Vergebung: tilgen, löschen loslassen. Es kommt aus der Rechtsprechung. Das heißt, dass ich mein Recht auf Wiedergutmachung abgebe. Es bedeutet aber nicht, dass die Schuld des anderen aufgehoben und nicht mehr da ist!

Als Christin, sagt Frau Fingerhut, kann ich dieses Recht an Gott abgeben. Vergeltung ist Gottes Aufgabe heißt es im Römerbrief. Wer diesen Weg wählt verzichtet auf Rachegedanken und hört auf sich durch Groll und Bitterkeit zu belasten, entscheidet sich Gott zu vertrauen, auch wenn nicht sichtbar wird, wie er die Sache ausführen wird.

Am Ende sollte klar sein, dass wir nicht dazu verdammt sind den Rest unseres Lebens unter unserer Verletzung zu leiden: „… ich kann mein Leben heute neu bewerten und gestalten, egal was einmal geschehen ist. Ich kann neue Entscheidungen treffen. Zu vergeben ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“.

Hiermit entließ Frau Fingerhut die Zuhörerinnen in die Diskussionsrunden an den Tischen. Es gab die Möglichkeit gleich vor Ort auf den bereitliegenden „Schuldscheinen“ erste Gedanken zu notieren oder sich diese für zu Hause mitzunehmen.

Duo Thies/Grüthusen

Duo Thies/Grüthusen

Die lebhaften und noch lange andauernden Gespräche an den Tischen zeigten deutlich, dass mit der Wahl des Themas ein Nerv getroffen wurde und die Referentin wichtige Denkanstöße gegeben hatte.

Vorankündigung – 21. Oktober 2016

Was: ‚Wenn Vergeben so einfach wäre‘
Wann: 21. Oktober 2016, 20:00 Uhr, Einlass 19:30
Wo: „Scheeßeler Hof“ in Scheeßel
Vergeben heißt nicht gutheißen, sondern loslassen.
time to talk regt zu neuen Freiheiten an.
Birgit Fingerhut

Die Autorin Birgit Fingerhut aus Berlin wird hierzu beim nächsten time to talk-Abend referieren.
Unsere individuelle Persönlichkeit macht uns einzigartig, aber sie erschwert auch manchmal das zwischenmenschliche Miteinander. Durch Unachtsamkeit, Verantwortungslosigkeit, manchmal vielleicht auch aus purer Absicht, Ärger oder Hass, kann es zu mehr oder weniger tiefen seelischen Verletzungen kommen, die sich eventuell lange und immer wieder in unsere Gedanken einschleichen. Das ist belastend und kann das Leben und Wohlbefinden erheblich einschränken. – hier weiterlesen.

Erster ‚time to talk‘ in Ennepetal !

Ja, Ihr habt richtig gelesen, auch in Ennepetal (Nähe Wuppertal und Dortmund) wird es ab Ende dieses Monats time to talk geben ;-))

Am 30. September wird Ute Sinn aus Wetter mit dem Thema ‚Weil du meine Fraundin bist …‘ im ‚Rufes am Brunnen‘ zu Gast sein. Die Organisatorinnen sehen diesem Abend in schönem Ambiente mit anregenden Impulsen voller Spannung entgegen und freuen sich über jede Frau, die sich – vielleicht sogar mit Freundin – einladen lässt.

Eintritt: 16 € inkl. Snackbuffet (Vorverkaufsstellen s.u.; keine Abendkasse!)

timetotalk-Ennepetal

Im Überblick:

Was‚Weil du meine Fraundin bist …‘ mit Ute Sinn

Wann: 30. September 2016, Beginn: 19:30 Uhr, Einlass ab 19:00 Uhr

Wo: ‚Rufes am Brunnen‘, Hauptstr. 184, Schwelm

Vorverkaufsstellen:

Radio Meckel, Mittelstr. 34, Gevelsberg

Wohnkultur Stich, Moltkestr. 19a, Schwelm

Fachion Store, Tim Schroeder, Voerderstr. 39, Ennepetal

Neues aus Simmern

Was: Satt, aber hungrig‚ mit Christina Brudereck

Wann: 10. Juni 2016, 20:00 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr

Wo: Gemeindehaus Holzbach, Hauptstraße 14 (55469 Holzbach)

Seit zwei Jahren bieten wir time to talk auch erfolgreich auf dem Hunsrück an.

Einen gemütlichen Abend in netter Gesellschaft, bei leckerem Essen und Trinken, schönem Ambiente und anregenden Impulsen. Nach zwei gelungenen Abenden im kleinen Kreis im Simmerner Schloss wagen wir nun die etwas größere Runde in einem kommunalen Gemeindehaus in Holzbach.

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‚Film ab – mit time to talk‘ (18.03.’16)

„Film ab – mit time to talk“ hieß es am dritten Freitag im März im Gasthof „Zur Alten Linde“ in Hamersen. Das Organisationsteam der „time to talk“-Abende hatte diesmal zu einem Kinoabend eingeladen und ca. 80 Frauen hatten sich gut gelaunt und erwartungsfroh dort eingefunden. Im gemütlich hergerichteten Saal verbreitete sich auch alsbald köstlicher Popcornduft und trug zur Kinoatmosphäre bei. Ebenso die freundlichen Damen mit Bauchläden, die das Popcorn und andere Kinoleckereien unter den Gästen verteilten.

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Vorankündigung – März ’16

Was: ‚Film ab – mit time to talk

Wann: 18. März 2016, 20:00 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr

Wo: Gasthaus-Hotel ‚Zur alten Linde‘ in Hamersen

 

Ein Kinoerlebnis der besonderen Art wird am dritten Freitag im März vom time to talk-Team in Zusammenarbeit mit dem mobilen „Kino in Scheeßel e.V.“ präsentiert.
Gezeigt wird der Film „Madame Mallory und der Duft von Curry“, der sich mit dem brandaktuellen Thema Gastfreundschaft und Integration in sehr humorvoller aber auch berührender Weise auseinandersetzt.

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‚Loslassen – Weitergehen: Alles hat seine Zeit‘ (06.11.’15)

Ein vielstimmiges fröhliches Geplauder war am letzten Freitag um 20 Uhr im Scheeßeler Hof zu hören. Ein sicheres Zeichen, dass hier wieder einmal ‚time to talk‘ stattfand, eine Veranstaltung speziell für Frauen, organisiert von Frauen aus verschiedenen christlichen Gemeinden. Knapp 140 Frauen hatten sich auf den Weg gemacht, um sich mit dem Thema „Loslassen – Weitergehen: Alles hat seine Zeit“ zu beschäftigen. Doch bevor Edda Nolte, therapeutische Seelsorgerin, Diakonin und Trauerbegleiterin aus Selsingen, ihren Vortrag hierzu hielt, gab es erst mal ein musikalisches highlight. Kathri Ehlert, vielen bekannt als Sängerin in verschiedenen Bands, trat mit einem Soloprogramm auf und begeisterte die Zuhörerinnen – hier weiterlesen.